Was blieb vom Schloss ?

Stadtschloss Berlin

Beim Abriss des Berliner Stadtschlosses wurde ein wissenschaftliches Archiv mit der Bergung historisch wertvoller Teile beauftragt. Insgesamt wurden die Arbeiten sehr unprofessionell ausgeführt. Es entstanden 3000 Dokumentarfotos, die aber Systematik vermissen lassen. Die Abrisstermine ließen vielfach keine Zeit für einen fachgerechten Ausbau, abgesehen davon fehlte auch die Qualifikation. So erklärte man kurzerhand Teile der Fassaden für baufällig. Das betraf u.a. die Portale I und V. So wurde auf der Schlossplatzfassade von Portal I nur die Kartusche ausgebaut (nicht erhalten). Auf der Hoffront konnten nur die Monumentalfiguren abgebaut werden. Bei Portal V versuchte man mit einer Konstruktion aus Holz, Stroh und Torf die Hermen und die Geniengruppe vor den Sprengfolgen zu schützen. Die Teile wurden bei der Sprengung schwer beschädigt. Da man fachlich nicht in der Lage war, den Wert von Objekten einzuschätzen, baute man trotz Zeitmangel auch weniger bedeutende Teile des 19. Jahrhunderts aus. Dank Liebknecht wurde dem Portal IV eine 30-tägige Galgenfrist gewährt, so dass die Fassade ausgebaut werden konnte. Ausgebaute Teile der Innendekoration wurden dem Märkischen Museum übergeben, darunter auch die Türen der Gigantentreppe. 2000 Architekturteile kamen zum Lagerplatz der VEB Tiefbau in Heinersdorf. Die Architekturteile wurden nicht fachgerecht gelagert. Wichtige Teile wurden in einem Schuppen untergebracht, darunter die empfindlichen Gipse und die Monumentalfiguren des Schlüterhofes. Die Denkmalpflege prüfte regelmäßig den Lagerplatz. Bei einer Besichtigung im Jahre 1957 stellte man fest, dass die Monumentalfiguren ins Freie verlagert waren. Köpfe, Füße und Hände wurden dabei abgeschlagen, Gewandfalten beschädigt. Im Dezember 1957 gelangten die Gipsabgüssen von Elisabethsaal und Treppenhaus, die Monumentalfiguren und einige andere Architekturteile ins Museum. Einige Jahre später wurde der Lagerplatz aufgelöst, der größte Teil dabei vernichtet. Die Zerstörungen der Schlossreste setzten sich bis in die 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts fort.