Portal VI mit Gigantentreppe

Portal VI
Portal VI
Sein Ideal einer auf ihre tektonische Grundstruktur reduzierten Fassade verwirklichte Schlüter am reinsten am Risalit des Großen Treppenhauses. Hinter den lichten weiten Tür- und Fensteröffnungen erstreckte sich über dreieinhalb Geschosse eines der bedeutendsten Treppenhäuser des Barockzeitalters. Zwei Treppenläufe, der eine als Rampe, der andere mit herkömmlichen Stufen, wanden sich um massive Pfeiler hinauf in das Paradegeschoss. Der Besucher war einem komplexen Wechselspiel von Licht und Schatten ausgesetzt und wurde durch immer neue Ausblicke auf Hof und Treppenhaus überrascht, ehe er vor dem ebenfalls in diesem Risalit gelegenen Schweizersaal ankam, der bereits über der Decke des Treppenhausschachtes lag.

Das Treppenhaus wird vorrangig durch architektonische Komponenten wie Säulen, Pilaster und Gebälke oder die teils freischwebenden Läufe bestimmt. Seine Rekonstruktion ist unbedingt anzustreben, zumal sich dieser Raum aus der Struktur der Fassade logisch ergibt. Eine andersartige Raumdisposition würde den Sinn der Außenfassade konterkarieren. Gut fotografisch dokumentiert sind Schlüters stuckplastische Arbeiten. Die Stuckdecke über einem der Wendepodeste blieb sogar im Original erhalten, wurde jüngst mustergültig restauriert und wird nunmehr in Schloss Köpenick ausgestellt.

Das Treppenhaus wird in seiner Raumstruktur wiederhergestellt, allerdings als Lapidarium genutzt werden.


Portal_VI
 
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