Die Bildergalerie

Bildergalerie
Bildergalerie

Die langgestreckte Bildergalerie entstand gegen 1710 nach Entwürfen Johann Friedrich Eosanders, der die gesamte nach Westen orientierte und um den Großen Schlosshof herum geführte Schlosserweiterung leitete und dabei ähnliche Vollmachten wie sein Vorgänger Schlüter genoss. Das Gewölbe der eigentlichen Galerie und die Decke des westlich anschließenden Vorraumes waren mit Stuckaturen und Malereien dekoriert, deren Farbigkeit mehr als ein Dutzend Farbdias überliefert. Unter den Malereien ragten die vier Bilder in den Lünetten hervor, Szenen aus der jüngsten preußischen Geschichte, die der aus Charlottenburg bekannte Maler Anthonie Coxcie gemalt hatte. Aufgrund ihres Fassungsvermögens kam der Galerie eine besondere Rolle innerhalb der Festsuite zu, zugleich waren hier selbstverständlich Teile der königlichen Gemäldesammlung untergebracht. Kaiser Wilhelm II. stattete sie noch 1916 mit den sogenannten Kurfürsten-Teppichen aus, die Friedrich III. gegen 1690 in Auftrag gegeben hatte, um an die Feldzüge seines Vaters zu erinnern. Sie befanden sich seit jeher im Berliner Schloss, werden heute jedoch in Schloss Oranienburg ausgestellt. Anton von Werners Gemälde „Eröffnung des Reichstags im Jahr 1888", die im direkt benachbarten Weißen Saal stattfand, hing nach seiner Vollendung im Vorraum der Gemäldegalerie und befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum.

 

 

Bildergalerie_Decke
Bildergalerie Decke
  
Bildergalerie_Werner
Pierre Mercier, Der Große Kurfürst in der Schlacht bei Fehrbellin, Wandteppich, um 1695. – Wohl seit dieser Zeit im Berliner Schloss, 1868 – 1916 im Hohenzollern­Museum, seit 1916 in der Bildergalerie des Berliner Schlosses, heute in Schloss Oranienburg
 
Bildergalerie_Mercier
Anton von Werner, Die Eröffnung des Reichstags im Weißen Saal des Berliner Schlosses 1888, Öl auf Leinwand, 1888/1893. – 1893 – 1914 in der Bildergalerie, danach im Hohenzollern­Museum und im Neuen Palais in Potsdam, heute im Deutschen Historischen Museum