Die Kunstkammern

Im abschließenden Mezzaningeschoss direkt über den Paradekammern im Lustgartenflügel legte Andreas Schlüter bis 1703 die neue Suite der kurfürstlich- königlichen Kunst- und Naturalienkammer an, die bis dahin im Apothekenflügel untergebracht war. Die acht Gemächer bildeten eine geschlossene Raumfolge, in der die Exponate schon nach thematischen Gesichtspunkten geordnet waren. So lagen auf der westlichen Seite des Rittersaals, dessen hohe Decke auch noch in das Mezzanin hineinreichte und daher die Kunstkammer unterbrach, das Münzkabinett sowie die Medaillen- und die Antikenkammer, während sich östlich davon die Elfenbein-, Naturalien-, Instrumenten- und Modellkammer befanden. Jedem Raum war mit hohem Aufwand ein individuelles Antlitz gegeben. So steigerte in der Naturalienkammer Fels- und Grottenwerk im Zusammenspiel mit verspiegelten Wänden die Wirkung der Exponate beträchtlich.

Zu Recht wird die Kunstkammer, in der sich die Anfänge des kurfürstlichen Sammlungswesens manifestieren, als Keimzelle der Berliner Museen bezeichnet. Von hier nahmen nicht allein die Staatlichen Museen, sondern auch die Wissenschaftssammlungen der Humboldt-Universität, die ebenfalls in das wieder aufgebaute Schloss einziehen sollen, ihren Ausgang.

Kunstkammer_Elfenbeinzimmer
Elfenbeinzimmer
 
Kunstkammer_Medaillenkammer
Medaillenkammer
 
Kunstkammer_Naturalienkammer
Naturalienkammer