Der Rittersaal

Rittersaal
Rittersaal

Im Zentrum der Fest- und Staatsräume stand der bereits erwähnte Rittersaal, der die obersten anderthalb Geschosse von Portal V einnahm. Der 1702 vollendete Raum war nicht nur mit den Paradekammern verbunden, sondern zugleich über ein eigenes Treppenhaus erreichbar. Die in diesem Fall besonders hohe Voute füllte Schlüter mit einer ganzen Folge stukkierter, zum Teil als Reliefs gestalteter Friese, Attiken und Gesimse. In den Ecken entluden sich regelrechte Figurenkaskaden, darunter Allegorien der Winde und Tageszeiten, während über den vier seitlichen Eingangsportalen lebensgroße Allegorien der vier Erdteile platziert waren. Auch hier vervollständigten die stuckplastischen Arbeiten den Ideengehalt des von Johann Friedrich Wentzel stammenden Deckenbildes, das die segensreiche Wirkung der neuen preußischen Königskrone für die Wissenschaften und Künste zum Gegenstand hatte.

Als einer der bedeutendsten Räume des Schlosses ist der Rittersaal durch eine unüberschaubare Menge an Fotografien, worunter sich auch zahlreiche Farbdias befinden, der Nachwelt überliefert. Als zentrales Ausstattungsstück blieb das ebenso wertvolle wie imposante Silberbuffet erhalten, das heute in Köpenick gezeigt wird, in jedem Fall jedoch an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren sollte, der allein eine angemessene Aufstellung garantiert.