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Ideenwettbewerbe

Der erste Ideenwettbewerb des Berliner Senats zur Neugestaltung der Spreeinsel fand 1993 statt. Zu diesem Wettbewerb gingen 1106 Ideenskizzen ein. Die von Modernisten dominierte 19köpfige Jury hatte 52 von ihnen anonym ausgewählt. Sie sahen unter teilweiser Rekonstruktion früherer Straßen südlich des Schlossplatzes (früher: Marx-Engels Platz) Neubauten vor. Für das Schlossareal planten sie ein Stadthaus bzw. sahen ein auf vergrößerter Grundfläche zur Spree geöffnetes Kulturzentrum vor. Keine der "Ideenskizzen" fand weitere Beachtung in der öffentlichen Diskussion.

Tagesspiegel

Der "Tagesspiegel" stellte im Herbst 1996 die Zukunft des Schlossplatzes erneut zur Diskussion, in dem er Gestaltungsideen von 24 Architekten für den Schlossplatz publizierte. Obwohl ein großer Teil der Vorschläge auf einen Bezug zum früheren Schloss verzichtete, ergab sich in den öffentlichen Diskussionen zu den Vorschlägen eine überwältigende Mehrheit für den Wiederaufbau des Stadtschlosses, zumindest seiner Fassaden und des Schlüterhofes.

Ein weiteres Mal versuchte der Berliner Senat und die Bundesregierung 1997/98 die Neugestaltung der Schlossplatzes durch ein Interessen-Bekundungsverfahren konzeptionell und finanziell zu präzisieren. Dabei hat sich gezeigt, dass es nicht möglich ist, eine vom Bund zu nutzende Hälfte des Neubaus von den privaten Nutzern der anderen Hälfte mit finanzieren zu lassen, auch nicht wenn der Bund das Grundstück, das ihm bis auf 200 qm (Land Berlin) gehört, gegen Erbbauzins zur Verfügung stellt. Es fehlt an Investoren, die ihren Kostenanteil selbst aufbringen und nicht zu Lasten der Staatskasse vorfinanzieren wollen.

Zwischenzeitlich hat am 26. Januar 2001 der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen eine gemeinsame Internationale Expertenkommission eingesetzt, die vom Bund und dem Berliner Senat berufen wurde. Das Gremium soll Vorschläge für die Nutzung, Gestaltung und Finanzierung des Berliner Schlossplatzareals erarbeiten. Die Kommission soll in der zweiten Jahreshälfte dem Bundeskabinett und dem Berliner Senat einen Zwischenbericht vorlegen. Die Geschäftsstelle der Expertenkommission befindet sich im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Krausenstraße 17-20, 10117 Berlin (Telefon 030/2008-7711). Der Abschlussbericht wurde in 2002 der Bundesregierung und dem Berliner Senat übergeben und war die Grundlage für den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 4.Juli 2002 für den teilweisen Wiederaufbau des Berliner Schlosses.

In natürlicher Abfolge einer Vielzahl von Kommissionen gab es dann die im Juli 2002 einberufene "Arbeitsgruppe Schlossareal", um die Vorschläge der Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" auf ihre Umsetzung hin zu überprüfen und ein konkretes Nutzungs- und Finanzierungskonzept für den Schlossplatz zu erarbeiten. Diese legte ihr Ergebnis im November 2003 vor. Diese hat sich für ein Moratorium ausgesprochen, das dazu dienen soll, den Planungsprozess in den nächsten zwei Jahren voranzubringen.