Außenarchitektur

Die „re-konstruierten" und „neu-konstruierten" Bauteile bilden gemeinsam eine Komposition aus Bauteilen von einer dreihundertjährigen Vergangenheit bis der Jetztzeit , wobei die Identität der einzelnen Baukörper klar zu erkennen ist.

 

Schlüterhof
Der Schlüterhof

Die Rekonstruktion betrifft die um zwei Höfe liegenden Baukörper des barocken Schlosses, bzw. der von Schlüter und Eosander umgestalteten Schlossbereiche, und das „Quergebäude" zwischen diesen Höfen. Damit ruft die Rekonstruktion der vier Baukörper des großzügigen rechteckigen Stadtbaublockes nicht nur ihr ehemaliges Maß am gleichen Standort wieder ins Leben, sondern auch das Erscheinungsbild zu r Stadt hin und zu den beiden Höfen; die neu wiedererrichteten Fassaden sind als Architektur einer "glaubhaften" Baukonstruktion konzipiert - eines Mauerwerks mit der immer gleichen Tiefe von einem Meter - statt als dünne Ummantelung eines versteckten Tragskeletts. In Übereinstimmung mit den Fassaden bestehen die Innenräume wieder aus vier Geschossen mit den Höhenkoten der einstigen Hauptgeschosse. Die Rekonstruktion des früheren „Quergebäudes" ist als Baukörper in den einstigen Massen und Geschossverteilung, indem der vorgeschlagene Anbau von Galerien auf die Hofseite die anderen rekonstruierten Fassaden des Schlüterhofes gleicht.

Die neuen eigenständigen Baukörper des Weiterbaus, die das notwendige Raumangebot für das Humboldtforums schaffen, gleichen sich in ihren Massen und ihrer innenräumlichen Geschossverteilung mit denjenigen der rekonstruierten Bauteile. Fünf individuell erkennbare neue Baukörper sind vorgesehen: zwei gleiche Baukörper mit dem Zeilenbautypus der Galerie; zwei gleiche Baukörper nach dem Zentralbautypus der Aula; ein Zeilenbaukörper mit entgegengesetzten, langgestreckten Freitreppen und Loggien. Durch ihre Disposition und Architektur schaffen sie alte und neue, offene und gedeckte Stadtplätze:

- den wiedererrichteten Schlüterhof

- ein neues Schlossforum, zwischen den einstigen Portalen zur Stadt und zur Gartenlandschaft; die Portale sind als offener Durchgänge gedacht, auch ihre inneren Säulenkorridore werden rekonstruiert,

- die neuen glasgedeckten Plätze und Wege der Agora, innerhalb des ehemaligen Eosanderhofes.  Auf diese neuen Wege der Agora beziehen sich die rekonstruierten Fassaden der hofumgebenden Baukörper,

- das neue Loggien- und Treppenhaus, ein öffentliches Belvedere und eine scenographische neue Front des Gebäudes zur Spree.

Die Architektur bezieht sich auf die Prinzipien der historischen Architektur, bzw. die Dialektik der „Mauer" und der „Säule", der Glieder- und der Wandbauweise. Die „Nahtstellen" zwischen rekonstruierten und neuen Bauteilen sind auf wenige notwendige Anschlüsse reduziert.