Preisträger:Ralph Appelbaum Associates, London mit malsyteufel, Willich

Beurteilung durch das Preisgericht

Ralph Appelbaum Associates, London mit malsyteufel, Willich

Die Jury begrüßt die Rückbesinnung auf Alexander von Humboldt und lobt ausdrücklich die Absicht, das Humboldt-Zitat „Wir treten aus dem Kreis der Objekte in den Kreis der Empfindunge" als einen Mapping-Prozess aufzufassen.

Unklar bleibt jedoch die gestalterische Umsetzung dieses Motivs. Unter Umständen könnte man den anti-kontemplativen Grundzug des gesamten Entwurfs als eine solche Umsetzung begreifen. Dieser Grundzug äußert sich vor allem darin, dass Exponate nur selten einfach „ausgestellt" werden, sondern immer - etwa in Verbindung mit Tischen, Werkbänken etc. - durch Museumsbesucher aktiviert werden sollen.

In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich die vorgeschlagene „Kreuzung" von Schaumagazinen und Arbeitstischen als ein wertvoller Beitrag für ein „aktiviertes" Museum gelobt. Das gleiche gilt für den hohen Detaillierungsgrad des Entwurfs. Es wird allerdings empfohlen, für einzelne Museumsbereiche die Strategie einer stärkeren Vereinzelung von Exponaten und Raumfolgen (Dichte/Lockerung) zu vertiefen. Die Systematik der Farbgebung wirkt noch ungeklärt.

Mit Ausnahme des Bereichs Zentralasien ist bei Los 2 ein insgesamt großzügigerer Raumeindruck positiv hervorzuheben. Kritisiert wird bei beiden Losen eine zu konventionelle Gesamthaltung, die dem selbstgestellten Anspruch nicht wirklich gerecht wird, aber Potential zur Vertiefung aufzeigt. 

Ralph Appelbaum Associates, London mit malsyteufel, Willich
Ralph Appelbaum Associates, London mit malsyteufel, Willich