Ein Phönixschirm für das Berliner Schloss

von Prof. Dr. Monika Kopplin (Direktorin Museum für Lackkunst Münster)

 

Ein Phönixschirm für das Berliner Schloss

Es ist dem Großen Kurfürsten und seinem Interesse an Ostasien zu verdanken, dass 1687 in Berlin die europaweit erste auf Lack spezialisierte Hofwerkstatt ins Leben gerufen wurde. Als Spezialisten berief er Gérard Dagly aus Spa, der es wie kein anderer seines Fachs verstand, die ostasiatischen Vorbilder, ihre Ziertechniken, Motive und Gestaltungsmerkmale mit europäischen Mitteln umzusetzen. Zu Daglys frühesten fassbaren Werken zählt das zwischen 1690 und 1695 in das Berliner Schloss eingebaute Kabinett aus den Tafeln zweier Stellschirme in Koromandellack – einer davon ein Phönixschirm. Dieses „Chinesische Zimmer“ ging Ende des Zweiten Weltkriegs zugrunde. Nach dem 2017 geglückten Erwerb eines Phönixschirms durch die Ernst von Siemens Kunststiftung soll mit ihm im Humboldt-Forum an das verlorene Lackkabinett und Daglys Bedeutung für die Berliner Kunst um 1700 erinnert werden.

Vortrag am Donnerstag, den 8. November 2018, um 19.00 Uhr im Rathaus Schöneberg. Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser