Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade

Vortrags- und Diskussionsreihe der Gesellschaft Berliner Schloss e.V.


Die Teilrekonstruktion des Berliner Schlosses schreitet mächtig voran und wird 2019 weitgehend abgeschlossen sein. Allerdings musste inzwischen die Eröffnung des Humboldt-Forums um ein Jahr in den Herbst 2020 verschoben werden. Schon jetzt ist der Beitrag der akribisch wiederhergestellten Barockfassaden zur Reparatur des historischen Stadtbildes unübersehbar. Außerdem ist mit dem sogenannten Schlüterhof eine der bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Barockarchitektur wiedererstanden. Dagegen wird im Inneren des Humboldt-Forums fast nichts an die einstige Hohenzollernresidenz erinnern.

In ihrem Wirken und ihren Publikationen kritisiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. seit Jahren, dass nicht einmal ansatzweise auch nur ein historischer Innenraum rekonstruiert wird und von den mehreren hundert Kunstwerken, die sich aus dem Berliner Schloss erhalten haben, nicht eines an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren soll. Außerdem verweigern die derzeit aktuellen Planungen im Außenbereich die Anknüpfung an die gestalterisch überzeugende Vorkriegssituation. Immerhin lässt sich hier Bewegung erkennen, nachdem der Bund Mittel zur Rückführung des Neptunbrunnens bereitgestellt hat.

In ihrer 2016 begründeten Vortragsreihe „Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade“ diskutiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. in loser Folge Themen, die das Berliner Schloss als historisches Ganzes in den Blick nehmen.


Der 7. Vortrag findet statt am:

Donnerstag, den 14. November 2019, um 19.00 Uhr
Rathaus Schöneberg, 1. OG, Kennedy-Saal


Prof. Franco Stella:

„Rekonstruktion und Reinvention des Berliner Schlosses.“

 Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser


Der Schlossarchitekt Franco Stella erläutert die Ideen, die für die Architektur des neuen Berliner Schlosses von besonderer Bedeutung sind. Das neue Schloss – als Humboldt-Forum zum Kunst- und Kulturzentrum bestimmt – präsentiert sich als eine einheitlich konzipierte Palastanlage, die aus einer Kombination von barocken rekonstruierten und neu entworfenen Baukörpern besteht. Die Rekonstruktion von Kontur und Fassade der barocken Schlossbaukörper und die Wiederherstellung der später gebauten Kuppel wurden vom Bundestag 2002 beschlossen; hingegen gehen die Rekonstruktion der Kuppelhülle und der Hofportale des ehemaligen Eosanderhofs sowie die Konstruktion fünf neuer Baukörper auf Stellas Entwurf zurück. Alt und Neu sind als komplementäre Bestandteile eines harmonischen architektonischen Ensembles gedacht, die mal an den Palazzo und mal an die Piazza, mal an das Theater und mal an das Stadttor erinnern. Es geht also um die Vervollständigung und Weiterentwicklung der architektonischen Merkmale des alten Schlosses, die von besonders hoher urbaner Bedeutung waren.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.